Qualifizierte Vorausplanung für den Notfall (Advance Care Planning, „Patientenverfügung 2.0“)
Allgemeine Fortbildungen
Qualifizierte Vorausplanung für den Notfall (Advance Care Planning, „Patientenverfügung 2.0“)
Wissenschaftliche Leitung
Beschreibung
Eine Kooperation mit der Fachgesellschaft ACP Deutschland und der Landesärztekammer Bayern
Ziele
Herkömmliche Patientenverfügungen (PV) lassen seit vielen Jahrzehnten eine folgenreiche Lücke, gerade für die Zielgruppe hochbetagter Patienten und/oder Patienten mit fortgeschrittener Gebrechlichkeit (Frailty): Sie regeln nicht das Handeln im lebensbedrohlichen Notfall, in dem sich das Vorliegen der in herkömmlichen PV beschriebenen prognostisch infausten Geltungsbedingungen nicht zuverlässig verifizieren lässt. Hinzukommt, dass Patienten ohne eine professionelle Unterstützung mit der Vorausplanung von Behandlungsentscheidungen für den Fall einer lebensbedrohlichen Krise de facto in mehrfacher Hinsicht überfordert sind. Die Folge ist, dass hochbetagte Patienten und/oder Patienten mit fortgeschrittener Frailty bei mit Entscheidungsunfähigkeit einhergehenden lebensbedrohlichen Erkrankungen häufig Behandlungen unterzogen werden, die medizinisch fragwürdig sind und/oder von den betroffenen Personen abgelehnt worden wären, wenn sie die Gelegenheit dazu gehabt hätten.
In diesem Kurs erlernen die Teilnehmer, Patientinnen und Patienten durch eine qualifizierte, strukturierte Gesprächsführung zu befähigen, Behandlungsentscheidungen für den Fall vorauszuplanen sowie konsistent und handlungsleitend zu dokumentieren, dass sie lebensbedrohlich erkranken und in der Situation selbst nicht entscheiden können.
In dem als Advance Care Planning bezeichneten Prozess einer gemeinsamen Entscheidungsfindung erhalten Patienten die notwendige Unterstützung, um ergebnisoffen und möglichst befreit von sozialen Erwartungen ihre individuellen Therapieziele zu reflektieren. Auf dieser Basis wird ihnen in einem zweiten Schritt ermöglicht, zielkonsistente, konkrete Festlegungen hinsichtlich einer akutmedizinischen Notfalltherapie zu treffen und so zu dokumentieren, dass sie für Anwender zuverlässig handlungsleitend sind.
Nach Vermittlung der erforderlichen theoretischen Grundlagen erhalten die Kursteilnehmer die Möglichkeit, die für den ACP-Gesprächsprozess benötigten Kompetenzen in Rollenspielen zu trainieren – im ersten Durchgang im Format von Teilnehmer-Rollenspielen, im zweiten Durchgang mit Unterstützung durch auf einschlägige Rollen vorbereitete Simulationspersonen.
Format
- Live-Webinar (ca. 1/3 der Kurszeit)
- Teilnehmer-Rollenspiele in kleinen Gruppen (4 Teilnehmende / 1 Trainer), ca. 1/3 der Kurszeit
- Rollenspiele mit Simulationspatienten (SP) in kleinen Gruppen (4 TN, 1 SP, 1 Trainer), ca. 1/3 der Kurszeit
Hinzu kommt nach Kursende ein telefonisches oder Video-Einzelcoaching von mindestens 3 im Anschluss an den Kurs real durchgeführten Gesprächen (1 TN, 1 ACP Deutschland-zertifizierter Trainer) auf der Grundlage der dabei angefertigten Dokumentationen. Für diesen letzten Schritt vor der Freischaltung personalisierter beschreibbarer Formulare der „Integrierten Notfallplanung“ durch die ACP Deutschland buchen die Teilnehmer bei Interesse in Absprache mit dem Kursleiter nach Abschluss des Kurses bei der ACP Deutschland für € 150 ein Paket von 3 Einzelcoachings von jeweils mindestens 45 Minuten, für die ihnen ein zertifizierter Trainer zugewiesen wird.
Zielgruppe
Ärztinnen und Ärzte
Termine
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Modul 1 |
1 von 2 |
Fr., 09.04.2027 |
15.00 – 18.30 Uhr |
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Sa., 10.04.2027 |
09.00 – 17.15 Uhr |
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2 von 2 |
Fr., 16.04.2027 |
15.00 – 18.30 Uhr |
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Sa., 17.04.2027 |
09.00 – 17.15 Uhr |
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Modul 2 |
1 von 1 |
Fr., 23.04.2027 |
14.15 – 18.30 Uhr |
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Sa., 24.04.2027 |
09.00 – 17.15 Uhr |
Inhalt
| Modul 1 | Integrierte Notfallplanung als (Teil einer) Patientenverfügung | |
| Tag 1: FREITAG | ||
| 15.00-16.30 | Interaktives Seminar | Indikation und Patientenautonomie | Schwächen der konventionellen Herangehensweise an Patientenverfügungen | Das Konzept ACP |
| 16.30-17.00 | Pause | |
| 17.00-18.30 | Interaktives Seminar | Gesprächsabschnitt und Dokumentation: Standortbestimmung zur Therapiezielklärung / Einstellungen zu Leben, Sterben und schwerer Erkrankung |
| Tag 2: SAMSTAG | ||
| 09.00-10.30 | TN-RS | Einstellungen zu Leben, Sterben und schwerer Erkrankung |
| 10.30-11.00 | Pause | |
| 11.00-12.30 | TN-RS | Einstellungen zu Leben, Sterben und schwerer Erkrankung |
| 12.30-13.00 | Pause | |
| 13.00-14.30 | SP-RS | Einstellungen zu Leben, Sterben und schwerer Erkrankung |
| 14.30-15.00 | Pause | |
| 15.00-16.30 | SP-RS | Einstellungen zu Leben, Sterben und schwerer Erkrankung |
| 16.30-17.15 | Plenum | Wrap-up: Erfahrungen und offene Themen aus den Rollenspielen |
| Tag 3: FREITAG | ||
| 15.00-16.30 | Interaktives Seminar | Gesprächsabschnitt und Dokumentation: Standortbestimmung zur Therapiezielklärung / Ärztliche Begründung eines rein palliativen Therapieziels | Wann ist ein Therapieversuch "med. aussichtslos"? |
| 16.30-17.00 | Pause | |
| 17.00-18.30 | Int. Seminar | Gesprächsabschnitt und Dokumentation: Festlegung für den Notfall (FeNo) |
| Tag 4: SAMSTAG | ||
| 09.00-10.30 | Praktische Übungen | Festlegung für den Notfall (FeNo) |
| 10.30-11.00 | Pause | |
| 11.00-12.30 | Praktische Übungen | Festlegung für den Notfall (FeNo) |
| 12.30-13.00 | Pause | |
| 13.00-14.30 | Übungen Simulation |
Festlegung für den Notfall (FeNo) |
| 14.30-15.00 | Pause | |
| 15.00-16.30 | Übungen Simulation |
Festlegung für den Notfall (FeNo) |
| 16.30-17.15 | Plenum | Wrap-up: Erfahrungen und offene Themen aus den Rollenspielen; Abschluss INP-PV und Ausblick |
| Modul 2 | Integrierte Notfallplanung als (Teil einer) Vertreterdokumentation | |
| Tag 1: FREITAG | ||
| 14.00-14.45 | Interaktives Seminar | Institutionelle und regionale Implementierung von ACP: Organisationsentwicklung in den beteiligten Diensten und Institutionen, regionale Netzwerkbildung |
| 14.45-15.00 | Pause | |
| 15.00-16.30 | Interaktives Seminar | Vorausplanung mit dem Vertreter für einen aktuell nicht entscheidungsfähigen Patienten: rechtliche und ethische Grundlagen der Ermittlung und Dokumentation des (mutmaßlichen) Patientenwillens |
| 16.30-17.00 | Pause | |
| 17.00-18.30 | Interaktives Seminar | Gesprächsabschnitt und Dokumentation: Standortbestimmung zur Therapiezielklärung / Einstellungen zu Leben, Sterben und schwerer Erkrankung (VD) |
| Tag 2: SAMSTAG | ||
| 09.00-16.30 | Praktische Übungen | Einstellungen zu Leben, Sterben und schwerer Erkrankung (VD) |
| 10.30-11.00 | Pause | |
| 11.00-12.30 | Praktische Übungen | Einstellungen zu Leben, Sterben und schwerer Erkrankung (VD) |
| 12.30-13.00 | Pause | |
| 13.00-14.30 | Übungen Simulation |
Einstellungen zu Leben, Sterben und schwerer Erkrankung (VD) |
| 14.30-15.00 | Pause | |
| 15.00-16.30 | Übungen Simulation |
Einstellungen zu Leben, Sterben und schwerer Erkrankung (VD) |
| 16.30-17.15 | Plenum | Wrap-up: Erfahrungen und offene Themen aus den Rollenspielen; Abschluss INP-VD und Ausblick |
Allgemeine Fortbildungen
Qualifizierte Vorausplanung für den Notfall (Advance Care Planning, „Patientenverfügung 2.0“)
Kontaktperson